Im heutigen Gastbeitrag „Hollywood bloggt“ geht es darum, wie man mit einer Geschichte Spannung erzeugt, Leser fesselt und Interesse für die eigenen Angebote weckt. Alireza Zokaifar ist professioneller Geschichtenerzähler und Coach. Als Coach hilft er Menschen, Ihre Berufung zu finden und diese erfolgreich nach außen zu kommunizieren.

hollywood„Hollywood bloggt“? fragte Julian mich am Telefon, als hätte er den Titel des Artikels, den ich gerade als Gastautor für seinen Blog schrieb nicht verstanden. „Ja Hollywood bloggt“ wiederholte ich. „Super Titel“ antwortete er. „Verstehst Du was ich damit meine?“ fragte ich. „Natürlich verstehe ich was Du damit meinst. Nach so viel Gesprächen, die wir geführt haben.“

Wir legten auf und ich fing‘ mit der Arbeit an der Artikelserie an, die ich schon bald als Gastautor für den Blog bzw. für Julians Leser veröffentlichen würde.

Ich war nicht sehr erstaunt darüber, dass Julian die Idee hinter meinem Titel „Hollywood bloggt“ sofort verstanden hat. Schließlich hatten wir schon einige Male über das Thema gesprochen. Es war auch am Anfang gar nicht leicht Julian davon zu überzeugen. Aber ob es mir gelingt, dass – Sie meine Leser – mich auch verstehen? Dazu muss ich etwas ausholen und Ihnen eine Geschichte erzählen.

Es war ein sonniger Frühlingstag. Ich war mit meiner einjährigen Tochter unterwegs und schob ihren Kinderwagen in Richtung Goltzstraße. Lilian, unsere dritte Tochter machte gerade ihren Mittagschlaf. Ihretwegen hatte ich schon seit einigen Monaten alle meine geschäftlichen Aktivitäten heruntergefahren und arbeitete als vollbeschäftigter Papa dreier Töchter Zuhause. Ich war fast nur noch für meine Kinder da, während meine Frau ziemlich viel arbeitete, da bei ihr die Geschäfte verlässlicher liefen als bei mir.

Heute aber freute ich mich nach langem wieder so etwas wie einen lockeren Arbeitstermin zu haben. Einer meiner früheren Netzwerkpartner, mit dem ich mich gut verstand rief mich an lud mich zum Cafe trinken ein.

Als ich am Cafe Baltas ankam saß Julian Murrel gemütlich in der Sonne und genoss die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings. Ich war froh, dass Lilian schlief so konnten wir uns unterhalten.

„Na Großer?“ fragte ich, ich freute mich ihn zu sehen „Du warst in Amerika, erzähl mal, wie war es da? Und warum warst du da?“

„Woher weißt du von meiner Amerikareise?“ fragte er leicht ungläubig.
„Na ich bin doch in deinem E.Mail-Verteiler drin und lese deine Blogbeiträge“.
„Ach daher weißt Du das!“.
„Ja und ich muss sagen Du machst es echt gut. Wie Du diese ein bis zwei ersten Absätze deines Artikels in einer E.Mail verschickst, erstmal Interesse aufbaust und dann, um den Rest zu lesen uns auf deinen Blog schickst, das finde ich richtig gut.“

„Danke“ sagte Julian und lachte. In seinem Lächeln konnte ich die Freude erkennen, die aufkommt, wenn jemand etwas tut und dafür die Bestätigung erfährt, wenn seine Strategie aufgegangen ist.

Julian beherrschte seinen Job als Webdesigner, Blogger und Internetmarketer wirklich gut. Er hatte sich mittlerweile eine Leserschaft von über 2000 Kontakten aufgebaut, die sich für seine Produkte, Dienstleistungen und Themen interessierten. Und das sogar aus Amerika, während er dort nicht nur Urlaub machte, sondern auch Seminare besuchte und sich weiterbildete.

„Ihr Perser habt das Schmeicheln in eurer Kultur so weit kultiviert wie eure schönen Teppiche.“ Sagte Julian „Du schmeichelst mir aber nicht nur Alireza oder?“

„Nein. Ich bewundere wirklich deine Arbeit. Sowohl das Design in deinen Mails als auch das Design auf deinem Blog und  deinen Webseiten ist sehr gut. Die Marketingtools, die du benutzt beweisen was man mit Internetmarketing heutzutage erreichen kann und deine Artikel sind obendrein auch interessant. Was willst du mehr? Was soll ich dir da schmeicheln?“ antwortete ich. „Ich meine, Du bist in den Staaten, schreibst Beiträge, verschickst sie und baust während Du im Urlaub bist in Deutschland weiterhin dein Geschäft auf. Wie Geil ist das denn?“

Julian nickte ein paar Mal. Obwohl ihm diese Tatsache bewusst war es trotzdem auch für ihn erstaunlich.

„Ich schreibe darüber gerade ein Buch“ sagte er. „Worüber?“ fragte ich.
„Über das Bloggen“ sagte Julian. „Darüber, welche Vorteile es einem bietet wenn man als Experte bloggt und seine Artikel selber vermarktet. Ich nenne es „Die 101 besten Tipps zum Bloggen. Im ersten Teil schreibe ich darüber was es überhaupt heißt einen Blogg zu führen und im zweiten Teil beschreibe ich wie man es erfolgreich umsetzt“.

„Ein guter Blog“ sagte ich nickend „das ist wie ein Mercedes unter den Webseiten“.

„Ja“ rief er etwas lauter, so dass die anderen Gäste auf der Terrasse auch seine Aufregung für das Thema mitbekamen. „Das ist ein richtig gutes Bild. Der Mercedes unter den Webseiten. Das beschreibt die Sache ziemlich gut. 95% aller Webseiten dümpeln in den weiten Welten des Internet einfach so vor sich hin. Weil sie keine neuen und interessanten Inhalte bieten, oder keine Probleme behandeln und lösen. Nur so konnte ich mir bislang eine treue Leserschaft aufbauen. Das müssen die Webseitenbetreiber kapieren wenn sie auch mit ihren Produkten und Webseiten Fortschritte erzielen wollen“

„Na klar Julian. Du bist aber auch jemand, der seine Richtung gefunden hat und leidenschaftlich für diesen Weg und für seine Sache brennt. Du gehst so zu sagen den Weg der Hollywoodstrategie.“

Julian kannte mich bereits als Märchen- und Geschichtenerzähler. Er hatte mich sowohl auf der Bühne, als auch bei unseren Netzwerkrunden erlebt.

„Was für eine Strategie?“ fragte er ungläubig.
„Die Hollywood-Strategie“ antwortete ich.
„Gehört das wieder zu einer deiner Geschichten? Baust Du mich als Figur gerade in einer deiner Geschichten ein oder was?“ Er schaute mich skeptisch an.

„Nein das ist die Strategie, das Muster, die ich als Geschichtenerzähler nicht nur in Geschichten erkenne, sondern ein Muster, das sich im Leben eines jeden Menschen zeigt“ sagte ich und schielte zum Kinderwagen weil ich sah wie meine Tochter sich bewegte und aufwachte. Das bedeutete, dass der entspannte Teil des Gesprächs hiermit vorbei war. Ich schaute nach und war froh, dass sie doch wieder eingeschlafen war, so konnte ich das Gespräch für einige Minuten fortsetzen.

„Was meinst du damit?“ fragte Julian.

„Schau mal, in einer Geschichte gibt es immer einen Helden, der vor einem Konflikt, oder besser gesagt vor einer Herausforderung steht. Und es ist immer so, in dem er sich der Herausforderung stellt, wächst er über sich hinaus, lernt sich neu kennen, entdeckt seine Fähigkeiten, stürzt sich ins Abenteuer und am Ende, wenn er diese gemeistert hat, findet er durch diese außergewöhnliche Reise des Lebens zu neuen Ufern, das heißt zu sich selbst zurück. Aber er ist verändert. Er ist reifer und hat an Erkenntnissen, mit denen er sein Leben ab jetzt meistern wird reicher geworden. Das ist das Muster, das sich hinter allen Geschichten und Märchen verbirgt. Auch im realen Leben ist das so. Nur leider ist es auch so, dass die meisten Menschen Ihren Weg, Ihre Bestimmung oder Ihre Berufung im Jungel des Alltags und der eigenen Biografie nicht finden und somit ihr auch nicht folgen können. Sie dümpeln wie Du schon sagtest, wie eine Webseite, in den weiten Welten des Alltagslebens vor sich hin.“

Julian schaute mich bohrend und mit zusammengezogenen Augenbrauen an. Als wäre da etwas was er zwar verstanden hatte, was interessant klang, aber auch etwas, was er nicht verstanden hatte.

„Ich meine“ sagte ich „wenn jemand einen Blog führen will, dann muss er schon etwas zu sagen haben, er muss schon jemand sein, dem ich als Leser auch zuhören will. Dafür muss man sich als Mensch, als Person und Persönlichkeit doch erst entdecken, finden und auch einige Abenteuer bestreiten, damit man was zu erzählen hat, damit man eine Botschaft hat. Oder?“

Julians Mimik entspannte sich zwar leicht. Dennoch schaute er mich mit anhaltender Skepsis an. Da er erstmal nichts entgegnete fuhr ich fort. „Nehmen wir als Beispiel die Filme aus Hollywood. Hollywood erzählt uns immer wieder aufs Neu die alte Heldengeschichte in einem neuen Kleid. Wie viele Hollywoodfilme kennst Du, in denen der Held der Geschichte am Anfang ein Verlierer war, ein Skeptiker, ein Betrogener, ein Armer, ein Entrechteter und auch davon überzeugt war, dass es das Glück und die Liebe auf Erden für ihn gar nicht gibt, dass das Los des Unglücksraben für ihn reserviert ist. Und dann, dann passiert irgend etwas in der Geschichte, eine neue Frau taucht auf, ein neues Abenteuer beginnt, ein Problem nach dem anderen plagt ihn. Der Held muss durch das Abenteuer hindurch und am Ende wenn er die Frau seines Herzens in den Armen hält, ist er vom Gegenteil überzeugt, davon dass es das Glück und die Liebe im Leben doch gibt“.

„Das ist gut, so habe ich das bislang gar nicht gesehen“ entgegnet Julian „aber wie sind wir jetzt vom Thema bloggen auf die Hollywood-Strategie gekommen?“ fragte er.

„Nun ja“ begann ich „Du bietest deinen Lesern und Kunden an, Bloggen zu lernen und forderst sie auf damit anzufangen oder?“
„Das ist richtig“ sagte er nickend.
„Mit anderen Worten“ fuhr ich weiter „Du gibst Ihnen einen Mercedes unter den Hintern und sagst ihnen, jetzt könnt ihr losfahren. Die meisten Menschen aber haben das Problem, dass sie nicht wissen wohin sie mit diesem teuren und edlen Vehikel fahren sollen. Wir müssen uns, wie die Helden in den Geschichten, zuerst selbst finden, unsere Bestimmung und Berufung erkennen, um dann unsere Ziele mit so einem tollen Auto anzuvisieren. Ich gebe jedoch sehr zu, das ist überhaupt nicht so einfach wie es sich anhört“

„Da hast Du verdammt Recht mein Lieber“ sagte Julian.

Der Kinderwagen bewegte sich. Lilian wachte auf und ich musste wieder los. Füttern, Windeln wechseln und den wichtigen Alltagsaufgaben eines Papas nachgehen.

Aber Julian und ich trafen uns noch einige Male und setzten unsere Gespräche fort. Entstanden ist die Idee einer Artikelserie, die die Verbindung dieser beiden Welten, nämlich die Verbindung zwischen der Welt des Bloggens und der Welt der Hollywood-Strategie, die Kunst seine Berufung zu finden und die Kunst davon gute Geschichten zu erzählen, zu beleuchten versucht.

Im nächsten Beitrag beantworte ich die Frage was das Bloggen mit der Hollywoodstrategie zu tun hat. Seien Sie also gespannt denn die Fortsetzung folgt, sobald ich einige Windeln mehr gewechselt habe und die Kinder schlafen.

Herzliche Grüße
Ihr Alireza Zokaifar

alirezabildAlireza Zokaifar ist professioneller Geschichtenerzähler und Coach. Als Coach hilft er Menschen, Ihre Berufung zu finden und diese erfolgreich nach außen zu kommunizieren. Er erzählt und performt seine Geschichten live, ergreifend und höchst amüsant auf Tagungen, Kongressen, Kundengalas und Weihnachtsfeierlichkeiten.

Seine spannenden Geschichten, Vorträge und Reden zeichnen sich durch unverwechselbaren Humor, große Schauspielkunst und eine bildhafte Sprache aus.

 

Wie Top Anwlte in Deutschland das Internet nutzen, um darber hochwertige Mandatsanfragen zu erhalten!
Erfahrungen & Bewertungen zu WebTiger Pro